#100 - Autumn Drops

Der Herbst hält langsam Einzug! Nach der Sommerpause, in der ich keine Weine importiere, ist jetzt wieder einiges neu auf Lager. So z.B. die herausragenden Beaujolais von Keke Descombes, dem Sohn von Großmeister Georges Descombes, der seinem Vater in nichts nachsteht. Mein Winzer des Monats!

 

Ihr findet Kekes Weine zusammen im Karton mit meinen roten Herbstweinen. Dem wildfruchtigen Syrah A Table! ("Zu Tische!") von Clos des Mourres an der Rhone; Cypres de toi eine hedonistische südfranzösische Cuvee aus Grenache & Carignan von Domaine Fond Cyprés ( der reinsortige Carignan und besonders Syrah sind übrigens herausragend!) und dem zarten Zeus Gone Wild, einem Grenache von der Ardeche der von der Domaine Marnes Blanches nach ihrer Facon im Jura vergoren und ausgebaut wurde. Mega juice!

 

Frantz Saumon bringt uns seine fantastischen petillant naturel aus Montlouis sur Loire. Seriöse high-end petnats. Feinperlend und weinig. Zusammen im Karton mit dem Kalkspitz von Christoph Hoch aus Österreich, ein weiterer meiner Lieblingspet-nats. Außerdem fizzy botanicals von Julie Ann Hoch, eine spannende Entdeckung!

 

In Deutschland bewegt sich was in Sachen lebendiger Weine. Die Brand Brothers aus Bockenheim sind "on fire" und eine definitive Empfehlung. Gerade die "kleinen" Weine finde ich spannend. So trinken sich Wilder Satz und Wildrosé extrem belebend und frisch-fruchtig. Als 6er Entdeckerpaket nur einen klick entfernt.

 

Einige Kellerfunde zu reduzierten Preisen findet ihr HIER

 

Viel Spaß beim entdecken & erschmecken

 

Alexander Zülch

HERBSTWEINE

Ein 6er Karton mit folgenden Weinen:

2016 Beaujolais Village / Keke Descombes

2015 Morgen Vieilles Vignes / Keke Descombes

2017 Zeus Gone Wild / Domaine Marnes Blanches

2017 Cypres de toi / Domaine Fond Cypres

2016 Carignan de la source / Domaine Fond Cypres

2017 A Table / Domaine Clos des Mourres

100,00 €

  • verfügbar
  • 1 bis 2 Tage1

BUBBLE DURST

Ein feinperlender 6er Karton voller Entdeckungen!

Je 1 Flasche

 

2017 Kalkspitz/ Christoph Hoch

2017 Sankt Laurent Ancestral / Claus Preisinger

2017 La petite Gaule du Matin/ Frantz Saumon

2017 La Cave ce rebiffe/ Frantz Saumon

2017 Nettel Fizz/ Julie Ann Hoch

2017 Elderflower Fizz/ Julie Ann Hoch

100,00 €

  • verfügbar
  • 1 bis 2 Tage1

Entdeckerpaket - BRAND BROTHERS

Das Paket enthält:

2 x 2017 Wilder Satz

2 x 2017 Wildrosé

1 x 2017 Pinot blanc PUR

1 x 2016 Sylvaner Ellis

100,00 €

  • verfügbar
  • 1 bis 2 Tage1

WAHRER WINZER CHAMPAGNER!

Champagne Domaine Bourgeois-Diaz

 

3 C - Trois Cepages

N - Blanc de Noir

M - Pinot Meunier

 

118,00 €

  • verfügbar
  • 1 bis 2 Tage1

#99 - Sanzay/ Champagne

Domaine Antoine Sanzay (Saumur / Loire)

 

Antoine Sanzay arbeitet mehr und mehr seine spannenden Terroirs heraus! Die Domaine umfasst immerhin etwas mehr als 10ha und der größte Teil wurde bisher unter dem Saumur-Champigny „Domaine“ verkauft. Bei meinem Besuch zur Ernte 2017 wirkte Antoine Sanzay wieder äußerst entspannt. Perfekte Traubenqualitäten mit optimaler Reife dank einer stabilen Wetterlage.

Wir liessen uns die Chance nicht nehmen, durch die gesamte 2016er Range zu kosten. Um die Ernte zeigen die Weine des Vorjahres sich häufig sehr schön - man kann sozusagen ein Blick in die Zukunft werfen. Die Nachverkostung im Januar bestätigten meinen Eindruck. Antoine entwickelt sich Jahr für Jahr nach vorne, mit Bedacht und Gespür werden seine Weine immer ausdifferenzierter. Einfach großartige Arbeit!

 

In 2016 gibt es mit dem Terres rouges einen neuen Wein im Sortiment. Dieser stammt von eisenhaltigen Böden aus einer besonders exponierten Parzelle. Der Wein ist reif, dicht und dennoch feinziseliert und lang. Der La Haye Dampierre ein ätherischer, sehr finessereicher Wein mit noblem Ausdruck der Rebsorte – mein persönlicher Favorit. Der „einfache“ Saumur Champigny ist schlichtweg der beste Cabernet franc Einstiegswein!

Entdeckerpaket Domaine Antoine Sanzay

Ein 3er Paket mit folgenden Weinen:

 

2016er Saumur Champigny "Domaine"

2016er Saumur Champigny "La Haye Dampierre"

2016er Saumur Champigny "Terres rouges"

67,00 €

  • leider ausverkauft

Domaine Bourgeois-Diaz (Crouttes sur Marnes / Champagne)

 

Ich bin sehr froh mit der Domaine Bourgeois-Diaz meinen ersten Champagner im Vins Vivants Sortiment vorstellen zu können. Seit 2001 hat Jerome Bourgeois die elterliche Domaine übernommen und nach wenigen Jahren biologisch und gleichzeitig direkt biodynamisch konvertiert. Der etwas versteckte Ort Crouttes sur Marne, der mehr ein hübscher Vorort von Paris zu sein scheint, ist manchem vielleicht durch Francoise Bedel und ihre Domaine geläufig. Einer Vorreiterin im biodynamischen Anbau in der Champagne.

Die etwa 8ha Weingärten liegen um die Ortschaft verteilt auf mehreren Parzellen. Die Terroirs hier sind lehmig- sandige und kalkreiche Böden. Die Pflanzdichte beträgt 10.000 Stöcke pro Hektar und neben einer Mehrheit von Pinot Meunier hat es Pinot Noir und Chardonnay. Jerome Bourgeois keltert seine Trauben in einer alten, besonders schonenden Coqard Kelter die Anfang der Achtziger Jahre restauriert wurde.

Der Ausbau findet in unterschiedlichsten Gebinden statt. Von Inox, über große und kleine Holzfässer, ovale Zementtanks (stehend und liegend) bis hin zur Steinware. Es entstehen hochfeine und eleganter Champagner mit erstaunlichem Druck und mineralischer Tiefe.

 

Zu den Weinen:

3 C ist ein verdammt seriöser Einsteiger aus den drei Rebsorten (trois cepages = 3C) Pinot Meunier, Pinot Noir und Chardonnay. Brut zero. Für alle die Winzerchampagner sagen und es auch so meinen.

N steht für Blanc de Noir (60% Pinot Noir 40% Pinot Meunier)! Ein absoluter Speisebegleiter; sehr balanciert und weinig.

M ist eine reinsortiger Pinot Meunier und mein Favorit aus der Selektion. Hochfeine Nase, zarte Oxidation mit viel tonischer Steinigkeit und Biss. Druckvoller, langer Gaumen. Feine Perlage!

Eine wahre Entdeckung!

#98 - Frühlingsboten

Die Durststrecke ist nun endlich überwunden! Eine ganze Reihe neuer Weine sind frisch auf Lager. Von Dominique Belluard aus den Bergen im Savoyen haben wir die außergewöhnlichen Schaumweine aus der raren Rebsorte Gringet erhalten. Der Perles du Mont Blanc ist ein eigenständiger und hochfeiner Schaumwein und einer meiner absoluten Langzeitfavoriten - wer ihn bereits kennt, weiß warum! Der Mont-Blanc mit dreijährigem Hefelager ein eleganter Terroirschaumwein mit unglaublicher Eleganz und glazialer Frische.

Von der Domaine de la Cadette bekommen wir den Bourgogne Vezelay "Les Angelots" - ein absoluter Preis/Genuß Knaller aus dem Burgund. Die Wetterkapriolen haben auch Valentin Montanet nicht verschont und so drehte er das Negative ins Positive und erfüllte sich seinen lange gehegten Wunsch, Gamay aus dem Beaujolais zu vinifizieren. Die Ergebnisse kann man hier probieren. (siehe Bild)

 

Der Julienas ist ein feinfruchtiger und zarter Rotwein, sehr charamant und schon jung gut zugänglich. Der Chenas hat mehr Kraft und Konzentration, ein Langstreckenläufer. Daneben gibt es eine kleine Menge vom Pinot Noir der Domaine - dem Champs Cadette!

 

Von Domaine Alice & Olivier deMoor aus dem Burgund hat es noch wenige Flaschen des Bourgogne blanc sowie des hervorragenden D'une si belle compagnie meridional... von einer Balade aus Südfrankreich mitgebracht. Hier heißt es schnell sein.

 

Im Bereich des gehobenen Alltagsweines kommen die freudigen und bekömmlichen Tropfen von La Grange aux Belles gerade mehr als gelegen. Unverfälschte, natürliche Frucht mit viel Frische und Transparenz. Genau das richtige fürs erste Picknick oder den Grillabend.

Chaussee rouges als wildfruchtiger Glou-glou Wein, der dunkelfruchtige und seriösere "53" (neu im Sortiment!) von einem alten Cabernet franc Weingarten, sowie der charamant-würzige Brise d'Aunis aus der unbekannten Rebsorte Pineau d'Aunis. Ein Alltime Favorite! Bei den Weißweinen brilliert der leicht hefetrübe Les Moyens du Bord mit tonischer Frischer und floraler Frucht. Der Fragile ist ein ernsthafterer Wein und ein super Einstieg in die Chenin blanc Welt.

 

Einer der ganz großen Chenin blancs dieser Welt kommt von einer kleinen, unbekannten Parzelle namens L'Echalier! Ohne großes TamTam mit zenartiger Ruhe von Genevieve und Nicolas Bertin-Delatte bewirtschaftet und Jahr für Jahr in Topform auf die Flasche gebracht. Zwei, die ihre Berufung gefunden haben und dieser unbeirrt folgen.

 

Der Jahrgang 2014, der komplett ohne Schwefel ausgebaut wurde, hat ein wenig Zeit auf der Flasche gebraucht um sich zu finden. Er kostet sich jetzt absolut genial, direkt und unverstellt. Der Jahrgang 2015 ist mit der außgeglichenste der letzten Jahre - hier ist alles aus einem Guß. Großes Chenin blanc Kino! Daneben der rare Vingt-Neuf aus einem Weingarten im gemischten Satz aus 1929 - in diesem Jahr halbtrocken. Der Sautillant ein ebenso rarer petillant naturel, der mit zu den besten der Region gezählt werden darf.

Mit den Links kommt ihr zu den einzelnen Domaine und könnt euch die Weine nach Wunsch zusammenstellen. Untenstehend habe ich zwei Frühlingspakete geschnürt. Der Genuß liegt nur einen Klick entfernt!

 

Frühlingshafte Grüße

 

Alexander Zülch

#97 La grande bellezza (Toskana!)

In diesem Newsletter biete ich euch zwei rare Entdeckungen aus der Toskana an. Erfahrt mehr zu Altura Vigneto  von der kleinen Insel Isola del Giglio und freut euch auf die raren Preziosen von Massa Vecchia. Für mehr Informationen, einfach auf die Links klicken!

 

Außerdem habe ich nochmals eine Auswahl (auch älterer Jahrgänge) der fantastischen Weine von Ewald Tscheppes Werlitschhof aufgeladen. HIER

 

Ein limitiertes Angebot zum Italia Galorepacket liegt nur einen Klick entfernt!

 

Viel Spaß beim entdecken und erschmecken.

 

Alexander Zülch

16/12/2017

#95 - Xmas (letzte Füllung)

Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu! Zeit für den letzten Newsletter, die letzten Weihnachtseinkäufe und dann einen Moment der Ruhe und (Be)Sinnlichkeit! Dafür habe ich die passenden Weine zusammengestellt. Hilft natürlich auch bei nervigen Verwandten ;-)

 

Eine kleine Auswahl besonderer Produkte wie den Rousillon - Wildhoney von Alaine Bozier, den Banyuls - Essig von La Guinelle, das herausragende Olivenöl von Filippo Rizzo aus Sizilien oder der pure Risottoreis Terremano von Igiea Adami. Eine Bereicherung der feinen  Küche!

 

Wer Weihnacht sagt, muss auch Silvester sagen... ein paar sprudelnde Empfehlungen für den Jahreswechsel lege ich auch noch oben drauf! Seriöse Schaumweine abseits des schnöden Champagner und fun bubbles, wenn wir uns mal nicht so ernst nehmen.

 

In diesem Sinne... Lampen an!

 

Alexander Zülch

10/12/2017

#94 - Jura

Endlich mal wieder ein bisschen Jura! Diese kleine Region, versteckt in den Voralpen im Osten Frankreichs, ist zu "dem" Hotspot für interessierte Weinliebhaber geworden. Nicht nur finden wir hier eine ganze Bandbreite an unterschiedlichen Stilen, wir finden auch herausragende Qualitäten auf hohem Niveau. Der einzige Wermutstropfen in letzter Zeit sind die geringen Erträge, ergo wenig Wein. Auch wenn ich durch langjährige Kontakte gute Mengen auch rarer Tropfen nach Deutschland holen kann hat es Grenzen. Ganz Besonders bei bekannten Weingütern kann ich bei weitem nicht die Nachfrage befriedigen. Auf der anderen Seite biete ich unbekanntere oder jüngere Domainen an, die absolut fantastische Arbeit leisten, aber noch ein wenig im Schatten der Granden stehen.

 

In diesem Jahr ganz besonders begeistert bin ich von der Arbeit von Geraud Fromont und seiner Domaine des Marnes Blanches. Hier sind wirklich alle Weine auf fantastischem Niveau, präzise gearbeitet und ausdruckstark. Geraud spielt die Styles gekonnt, vom Schaumwein, über Rot- und besonders Weißwein bis hin zu den oxidativen (non ouillé) Präziosen. Seine Weine sind lagentypisch ausgebaut und zeigen alle individuellen Charakter. Das die Weine ohne jegliche Zusatzstoffe ausgebaut sind wird hier zur Nebensache - und das taugt mir. Das Handwerk ist nur insofern spürbar, als die Aromen sich pur und finessenreich präsentieren. Darüber hinaus ist viel Raum für die Magie des Terroir. Besondere Empfehlung!

 

Ebenfalls empfehlenswert (wie jedes Jahr) die Weine von Peggy und Jean Pascale Buronfosse. Auf ihrer kleinen Domaine Buronfosse entstehen wahrlich wunderbare Juraweine. Hier finde ich die Symbiose zwischen Weinen die zwar "ouille" ausgebaut sind, aber dennoch den Fingerabdruck des Jura, den Hauch an Oxidation zeigen absolut genial. Die Weine werden immer über zwei Winter ausgebaut und können so diese animierende Salzigkeit entwickeln. Besonders der Les Ammonites schlägt exemplarisch in diese Kerbe!

 

Rar wird es, wenn wir über die Domaine Labet reden. Hier kann ich wirklich nur Mikromengen anbieten. Bitte einfach auf die Domainenseite gehen, schnell und respektvoll den anderen Liebhabern gegenüber sein. Ich habe von den Labets auch eine kleine Menge Macvin importiert. Das ist eine Mischung aus 2/3 Traubensaft und 1/3 Traubenbrand, der bei den Labets komplett aus der eigenen Produktion stammt und ein sehr feines Beispiel dieses typischen Jura Aperitifs darstellt. Die Flasche hält sich, einmal geöffnet, dann auch mehrere Wochen. Zum entdecken!

Ein kleines Wort möchte ich noch über den 2015er Jahrgang verlieren! Die Alkoholgradationen sind höher als in "normalen" Jahren - dies führte zur Kritik ob schwerer Weine, wenig Säure, Haltbarkeit etc. seitens einiger Stimmungsmacher. Für meine Weingüter kann ich sagen - der Jahrgang 2015 zeigte sich schon von Beginn an sehr offen und zugänglich, etwas das ich über viele Regionen hinweg beobachtet habe. Winzer, die ihren Ausbau etwas verlängert haben, wurden trotz erhöhter Alkoholgradationen mit sehr balancierten Weinen belohnt. Diese Weine werden gut und harmonisch reifen und haben eine bekömmliche Säure, die sie mit genügend Frische ausstattet.

 

Hier ein Jura Genießerpaket mit der ganzen Bandbreite der Aromen und Stilistiken! Jeder Wein kann auch einzeln über die LINKS zu den Domainen bestellt werden. Dies gilt neben Domaine Labet, Domaine des Marnes Blanches oder Domaine Buronfosse auch für die Weingüter aus den letzten Newslettern. Antoine Sanzay, Nicolas Reau, Sylvie Augereau, Nicolas Carmarans und Vincent Marie...

 

Cheers

 

Alex

01/12/2017

#93 - Erster Schnee, Cabernet!

Die Rebsorte Cabernet franc erlebt in den letzten Jahren ein Revival. Zurecht! Denn gut gearbeitet, entstehen aus ihr herausragende Weine. So zum Beispiel in der kleinen Siedlung Varrains im Süden von Saumur. Hier keltert Antoine Sanzay auf der gleichnamigen Domaine Antoine Sanzay hochelegante, tiefe und samtige Rotweine auf purer Frucht. Die Qualität der Gerbstoffe seiner Weine ist wirklich herausragend. Die Erfahrung lehrt ihn den idealen Erntezeitpunkt zu treffen und er bleibt über die Lese in einer entspannten Aufmerksamkeit.

 

So auch bei meinem letzten Besuch im September, wo gerade die Frucht der berühmten Lage "Les Poyeux" eingefahren und umgehend verarbeitet wurde. Auch Antoine haben in den letzen Jahrgängen die Wetterkapriolen einiges an Erntemenge gekostet, ich bin daher froh hier den neuen Jahrgang des Poyeux aus 2015 anbieten zu können. Der Poyeux darf immer über zwei Winter in den Tuffsteinkellern unter dem Haus in Barriques reifen. Außerdem konnte ich noch eine kleine Restmenge vom "Domainenwein" Saumur-Champigny erstehen. Ich bin immer wieder fasziniert, ob der hohen Qualität dieses "Einsteigers" . Im Frühling 2018 kommen weitere Weine dieses Ausnahmewinzers!

Ein weiterer Winzer der eure Aufmerksamkeit verdient ist Nicolas Reau! Der ehemalige Bluespianist gehört seit 2002 zur ersten Welle der hochwertigen Naturweinproduzenten im Anjougebiet. Er bewirtschaftet etwa 6ha um die Ortschaft Saint Radegonde, unter anderem den historisch relevanten Clos des Treilles. Er kauft auch Frucht von befreundeten Winzern die mit der gleichen Philosophie und Präzision wie er im Weingarten arbeiten.

So konnte er in diesem Jahr wieder einen Chinon auf die Flasche bringen, den wir im Frühjahr bekommen werden. In Chinon hatte für Nicolas Reau damals alles begonnen und hier hat er sich schnell einen guten Namen gemacht, doch leider musste er den Weingarten wenig später wieder aufgeben und in Saint Radegonde von vorne anfangen. Wie bei seinem guten Freund Antoine Sanzay, wird auch hier die Frucht streng selektiert, entrappt und spontan vergoren. Der Ausbau findet in großen Holzfäßern statt. So können die Gerbstoffe sich mit geringer Sauerstoffzufuhr über lange Zeit verbinden und verfeinern.

 

Es entstehen präzise, reife und hochelegante Aromen und am Gaumen ein seidiges Mundgefühl nahe an der Frucht. Wie zum Beispiel der Pompois - ein reinsortiger Cabernet franc aus dem großen Holz. Selbstredend werden alle Weine ohne Schwefelzusatz ausgebaut, aber das nur nebenher.

Nicolas keltert auch einen wunderbaren Chenin blanc, den "Attention Chenin mechant" - feingliedriges Profil mit seidig-bissigem Gaumen. Und einen verführerischen Grolleau & Gamay blend - den "Poil de la bete". Hier entstehen einfach Spitzenqualitäten!

Oliver Cousin und Joker helfen bei der Bodenbearbeitung
Oliver Cousin und Joker helfen bei der Bodenbearbeitung

Neu ins Sortiment kommen die Weine von Sylvie Augereau. Sylvie ist die Veranstallterin der Dive Bouteille,der jährlich in Saumur stattfindenden vin naturel Messe. Ihr "Hobby" ist ein 1,4 ha großer Weingarten mit über 100 jährigen Cabernet franc und Chenin blanc, sowie alten Grolleau und Pineau d'Aunis Reben (50 jährig). Dieser trohnt malerisch über der Loire. Schon seit 15 Jahren hat Sylvie immer ein Auge auf diesen speziellen Weingarten geworfen und 2014 konnte Sie endlich  ihren Traum realisieren und ihn von seinem alten Besitzer abkaufen.

 

Pulpes ist ihr luxuriöser Chenin Blanc. Hier im Ort "Le Thoureil" bei der Abbaye de Saint-Maur wurde Chenin blanc in der Geschichte zum ersten Mal schriftlich erwähnt. Les Manquants ist ihr Cabernet franc, der wie der Chenin blanc über 24 Monate im gebrauchten großen Holz ausgebaut wird. Rejouissance ist eine Cuvee aus Grolleau & Pineau d'Aunis - ein extrem animiernder wild-würzig zarter Rotwein den ihr lieben werdet!

Viel Spaß beim entdecken & erschmecken!

 

Alexander Zülch

26/11/2017

#92 - Auvergne & Aveyron

Vincent Marie ist einer der jungen Stars unter den Weinmachern in Frankreich. Hinzu kommt das die Region Auvergne nach dem Jura und dem Savoyen zum neuen Jagdgebiet der internationalen natural crowd geworden ist. Nicht zu unrecht, denn das Terroir der Auvergne ist einzigartig. Vincent Marie bewirtschaftet seine 5ha Weingärten organisch und nach biodynamischen Prinzipien.

 

Die Biodynamik hat hier nichts von Religion, sondern ist tägliche Praxis. Der mineralische Fingerabdruck der Vulkanböden findet sich vibrierend in jedem einzelnen seiner lebendigen Weine.

 

Im Keller wird ohne jegliche Zusatzstoffe und ohne Schwefel gearbeitet. Das sind die wahren Naturweine - Drahtseilakte! Vincent Marie macht Weine die ganz nahe an der Frucht seiner Weinberge sind. Wundebar bodenständig berichten sie immer ehrlich und unmittelbar von ihrer Herkunft und dem Jahrgang.

 

Sein Wein Fusion stammt aus den Lagen um Volvic von einem jungen und einem sehr alten (über 115 Jahre) Weingarten. Ein Teil der Frucht wird in reiner intrazellulärer Gärung verarbeitet, beim anderen Teil wurden die Trauben mit den Füssen gestampft und ein Anteil ganzer Trauben durfte im vergärenden Most für 3 Wochen mazerieren.

Ausgebaut wird der Fusion zur Hälfte im Plastiktank und zur anderen Hälfte im großen Holzfass. Mein Lieblingswein, der Rockaille Billy ist ebenfalls ein Gamay. Er stammt von alten Reben eines 500m hoch gelegenen Weingarten mit Granitböden. Die ganzen Trauben dürfen hier ebenfalls über 3 Wochen im eigenen Saft schmoren, bevor sie zur Hälfte im Plastik und zur anderen Hälfte im großen Holzfass (2300L) ausgebaut werden.

 

In diesem Jahr gibt es auch einen spannenden petillant naturel (Bullet dans ta tete) in kleiner Menge. Vincent Marie hat die Frucht einiger sehr alter Gamayweingärten auf der Flasche vergoren. High altitude old vine gamay pet nat from granit & basalt soils, a bullet in your head. Killing in the name of...

Aus der Auvergne fahren wir weiter in den Süden! In etwa auf der Höhe von Laguiolle, wo die Famillie Bras ihr kulinarisches Empire aufgebaut hat, keltert Nicolas Carmarans an seinem Haus am See hochelegante, eigenständige Weine aus der wilden Rebsorte Fer Servadou. Hier im Avyeron gibt es mehr Kühe als Menschen - vielleicht hat der ein oder andere bereits von der Rasse Aubrac gehört. Hier grasen diese friedlichen Riesen in unberührter Natur. Ihr aromatisches Fleisch passt hervorragend zu den ursprünglichen Weinen der Region. Diese sind meist sehr kräftig und tanninbetont.

 

Nicolas Carmarans gelingt es der Fer Servadou, die hier in sandigen Granitböden wurzeln, extrem feine und transparente Aromen zu entlocken. Sein "weinigster" Wein ist immer der Mauvais temps (schlechtes Wetter) - der von einem Weingarten mit guter Drainage stammt. Die Alten sagen, hier kann man auch bei schlechtem Wetter den Boden bearbeiten - daher der Name.

 

Der Maximus ist immer nahe an der Frucht gearbeitet und zeigt Transparenz der Aromen. Beide Weine haben einen kühlenden Antrunk - etwas erfrischend, beinahe minziges.

Von den jungen Weinreben am See (siehe Foto) die gleich neben dem Haus wurzeln stammt der rare salzige Chenin blanc Selves. Anscheinend hat Chenin hier eine lange Tradition. Im Jahr 2017 ist es der einzige Wein den wir von Nicolas erwarten können, die anderen Weingärten sind dem Frost zum Opfer gefallen. Es ist also vorrerst die letzte Chance an Weine von Nicolas Carmarans zu kommen. Danach heißt es warten (hoffen & beten) auf den hoffentlich reichhaltigen Jahrgang 2018!

 

Ein Wein der mir besonders am Herzen liegt ist der Fer de Sang von einem alten Weingarten auf Kalksteinböden, von dem Nicolas die Frucht kauft. Dieser Weingarten hat nie chemische Mittel gesehen und die Reben scheinen eine hohe genetische Vielfalt aufzuweisen. Damals hat man sich keine Gedanken darüber gemacht einen Weingarten monoklonal zu pflanzen und auch heute geht man wieder zu mehr genetischer Vielfalt über. Wie dem auch sei, der Fer de Sang hat bei enormer Tiefe und Kraft gleichzeitig viel Eleganz und Zartheit. Etwas das einen großen Wein auszeichnet. Besondere Empfehlung!

Ich habe wieder zwei Genießerpakete geschnürt! Viel Spaß beim entdecken & erschmecken

 

Alexander Zülch

29/10/2017

#91 - Burgund (deMoor & Cadette)

Der zweite Teil meiner Burgund Allokation von der Domaine Alice & Oliver deMoor und von der Domaine de la Cadette sind eingetroffen.  Die kleinen Mengen lassen einem die Tränen in die Augen schießen - natürlich auch da ich weiß, wie gut sich der 2015er Jahrgang bereits jetzt zeigt. 

 

Die Weine wurden in der letzten Woche angeliefert und kommen direkt aus den Kellern der Weingüter. Die weiteren 6 Monate auf der Flasche nach der letzten Lieferung haben den Weinen zusätzlich nochmal richtig gut getan!

 

Von deMoor ist als Einstiegswein besonders der Aligote zu empfehlen - von diesem hat es etwas mehr Menge und es ist ein extrem seriöser Trinkwein. Wirklich viel Ausdruck fürs Geld!

 

Von der Domaine de la Cadette empfehle ich besonders den Chardonnay Les Saulniers mit seiner mineralischen Dimension und den raren Rotwein L'Ermitag der neben Pinot Noir auch einen Anteil der alten Rebsorte Cesar beinhaltet, das verleiht diesem schmelzigen Rotwein zusätzliche maskuline Gestalt!

 

Ich habe diesmal kein Paket geschnürt und bitte euch über die Domaineseiten zu order! First come first serve...

 

 

DOMAINE ALICE & OLIVIER DE MOOR                        DOMAINE DE LA CADETTE

 

Cheers

 

Alex

21/09/2017

#90 - A lost taste (Tenuta Grillo)

On the rising curve
Where the ways of nature will test every nerve,
You won't get anything you don't deserve
Where we were born in time. (Bob Dylan)

Die Familie von Guidio Zampaglione war traditionell dem Getreideanbau verpflichtet. Guido stammt aus der Irpinia, einer Landschaft in der Region Kampanien im Süden Italiens. Seine Mutter hatte hier Weingärten, von denen Wein für die Familie hergstellt wurde. Laut Guidio hat er dort alles gelernt, was er in Zukunft nicht machen wollte. Sein Wunsch war geboren dem Getreide den Rücken zu kehren und hochwertigen Wein herzustellen. Er ging auf die Reise, besuchte unzählige Weingüter und wurde zum schwarzen Schaf (Pecoranera) der Familie.

 

Seine Sicht auf den Wein und sein Zugang zu diesem Kulturgut wurden besonders durch einen Aufenthalt auf dem Weingut La Stoppa geprägt. Hier lernt er den Geschmack gereifter Weine schätzen. Der dortige Kellermeister, Guilio Armani unterstützt Guidio in der Anfangszeit tatkräftig und wird zu einem guten Freund. Die Auswahl der eigenen Weingärten wurde folglich mit dem Fokus auf die Herstellung gereifter Weine getroffen. Alle örtlichen Gegebenheiten sollten dafür eine perfekte Basis bieten.

 

Im Piemont, genauer im Monferrato um die Ortschaft Gamalero fand Guido Zampaglione was er suchte. Die Tenuta Grillo ist ein 30ha umfassendes Anwesen, 17ha davon sind dem Weinbau gewidmet.  Aus 7ha keltert Guido seine Weine, nicht mehr als 20.000 Flaschen pro Jahr. Die restliche Frucht verkauft er an die örtliche Kooperative .

 

Das Klima hier ist trocken und durch das Wechselspiel zwischen der Pianura Padana (Po-Ebene) und dem nahen Apennin geprägt. Es hat heiße Tage und kühle Nächte, die gerade zur Reifezeit die Entwicklung der Trauben beeinflußen. Die Böden in den zwischen 250-300m hoch gelegenen Weingärten setzten sich aus kalkhaltigen Sanden zusammen und besitzen eine ausgezeichnete Drainage. Angebaut werden Barbera, Dolcetto und Freisa, sowie die weiße Cortese-Traube. Es wird biologisch gearbeitet. Ein häufig wehender leichter Wind trägt zur Traubengesundheit bei.  Das Ziel ist, die Reben, die hier bis 6000 Stöcke/Hektar gepflanzt sind, zu einer natürlichen Balance zu führen. Daraus resultieren kleine Trauben mit einem perfektem Verhältnis von Schale zu Saft. Das ist für den Ausbau und die spätere Reife auf der Flasche ein Schlüsselelement.

Der Erntezeitpunkt ist ein weiterer entscheidender Faktor für die Qualität; es werden häufig mehrere Erntedurchgänge gebraucht, um wirklich nur die perfekt gereiften Trauben zu selektionieren. Im Keller werden diese entrappt und mit den natürlichen Hefen vergoren. Die hochfeinen Gerbstoffe sollen langsam und schonend in den Saft gelangen, daher wird die Maische nur zu Beginn der Gärung durch unterstampfen (pigeage) behandelt. Es finden ausgedehnte Mazerationszeiten von 2 bis 3 Monaten statt bevor der frei ablaufende Wein in alten Holzfässern unterschiedlicher Größe (500 - 5000L) überführt wird, wo er für zwei Winter reifen darf. Die Weine werden in den letzten Jahren ohne jegliche Zusatzstoffe hergestellt. Guido scheut sich aber nicht kleine Mengen Schwefel, als einzigsten sinnvollen Zusatzstoff,  zu geben, wenn es der Wein benötigt. Die Füllung findet immer ohne Filtration statt.

Nach der Füllung werden die Weine solange im Keller gelagert, bis Guido entscheidet sie auf den Markt zu bringen. Aktuell die Jahrgänge 2004/2005/2006 und 2010 für den Weißwein. Vielen Weinenthusiasten bleiben die Freuden eines gereiften Weines meistens vorenthalten und der Markt sucht ohnehin ständig den neusten Jahrgang und die bombastischste Frucht. Tertiär- oder Reifearomen bleiben für viele Leute unbekannt oder werden gar abgelehnt - es ist ein verloren gegangener Geschmack. Wir wollen ihn wiederentdecken!

 

Hagebutte, Veilchen, Rosenblätter, Blut, Eisen, Wildkräuter, Rosmarin, Thymian, Süßholz, Waldboden, Laub, Trüffel. Durch die Gärung wird aus dem Traubensaft Wein. Mit der Reifung auf der Flasche entwickeln sich im Wein neue Aromen, Schattierungen und Nuancen, in Italien sfumatura genannt. Dieser Patina im Wein nachzuspüren und hinzuschmecken ist für den geneigten Genießer bereichernd und wunderbar.

Gerade im Herbst, wenn die Sonne noch wärmt, aber die Luft schon kühl und klar ist schmecken mir solche Weine ganz besonders. Wenn im Wald die Steinpilze sprießen, ist ein Risotto nahezu unvermeidlich und vielleicht etwas Rehrücken dazu oder später Fasan. Ich lade euch ein aus dieser Perspektive die Weine der Tenuta Grillo zu erleben, die wirklich herausragende Beispiele für perfekt gereifte Weine darstellen. Entgegen allgemeiner Vermutung können diese Weine an der Luft über mehrere Tage gewinnen und sind es wert in ihrem Werden und Vergehen beobachtet zu werden. Born in time!

 

Genußvolle Grüße

 

Alexander Zülch

31/08/2017

#89 - Radical Rock in Carpeneto

Lidia Carbonetti & Paolo Baretta (rechts) waren schon in ihrem "alten" Leben in Mailand dem guten Essen und Wein zugetan bevor es sie ins Alto Monferrato verschlug. In dieser wunderbaren Region nahe der Stadt Ovada bewirtschaften die beiden radikal organisch, wie sie selbst sagen, die nativen Rebsorten des Piemont und keltern naturnahe, authentische Tropfen voller Energie.

 

Das Klima hier im äußersten Süden der Region ist bereits vom nahen Genua und der Salzigkeit des Mittelmeers beeinflußt, auch wenn man am Horizont noch die Berge des Piemont aufgestellt sieht. Die Böden in den bis zu 300m hoch gelegenen Weinbergen setzten sich aus unterschiedlichen Anteilen von Lehm-Kalkstein zusammen. Die Weine werden rebsortenrein und lagengetreu ausgebaut. Die prinzipiellen Rebsorten sind Dolcetto und Barbera, es hat aber auch eine limitierte Menge der weißen Cortese.

Der moderne, über drei Stockwerke eingerichtete, "ecoresponsable" Weinkeller erlaubt das arbeiten mit Gravitation. Lidia Carbonetti setzt bewußt auf unterschiedliche Behältnisse im Ausbau, wie die traditionellen Botte, aber auch Amphoren und Barriques (gebraucht) werden benutzt. Die Prämisse ist, das der ausdruckstärkste Wein nur durch minimale Intervention herzustellen ist. Das spürt man deutlich in den unterschiedlichen Charakteren ihrer Weine die ich euch wärmstens ans Herz lege. Alto Moneferrato rocks!

24/08/2017

#88 - Domaine Jean Pierre Rietsch

Die Weine von Jean Pierre Rietsch sind seit Beginn von Vins Vivants in meinem Sortiment. Zunächst wurde auf der Domaine zwischen "bio" und "vin nature" unterschieden. Das ist auch noch heute so, nur das die "bio" Linie heute extrem wenig Schwefel erhält und die "nature" Linie überhaupt keinen!

 

Das ist für mich gleichzeitig auch die beste Definition -

"Ein Naturwein ist ein Wein ohne jegliche Zusatzstoffe!" PUNKT.

 

In den letzten (nicht leichten) Jahrgängen hat Jean Pierre nochmal ordentlich an der Qualitätsschraube gedreht, vielleicht auch mehr sich selbst gefunden. Die Domaine wurde bis im letzten Jahr von dem Geschwisterpaar gemeinsam geführt, doch nun hat Jean Pierre Rietsch komplett das Ruder übernommen. Er verliert leider die tolle Lage Brandluft, die somit hier als letzter Jahrgang angeboten wird. (s.u.)

 

Die gute Nachricht ist, dass alle seine Weine an enormer Präzision gewonnen haben!

SO GEHT AVANTGARDE!

 

Jean Pierre erreicht eine Meisterschaft in unterschiedlichen Stilistiken wie Orange/Maischevergorener Wein, im oxidativen Ausbau (Pas a Pas), bei den Cremants (this bird can fly) und bei seinen Pinot Noirs, wo wir hier seinen Wein aus der Lage Stierkopf das erste mal anbieten. Ein genialer Pinot Noir!

 

Das Elsass und seine Produzenten treten immer mehr aus dem schweren Schatten der Vergangenheit - die Domaine Jean Pierre Rietsch ist ein Paradebeispiel dafür!

 

Das Entdeckerpaket enthält einen super Querschnitt durch die Range von Jean Pierre Rietsch. Darunter findet ihr ein paar special wines, die mir besonders am Herzen liegen. Und schließlich mit dem Link kommt ihr zu weiteren Infos über die Domaine Rietsch und noch mehr Weinen. (wir sind schließlich im Elsass ;-)!)

 

Genußvolle Grüße

 

Alexander Zülch

10/08/2017

#87 - Stars of the Veneto

Meine Italienreise führt mich weiter ins Veneto! Letztendlich kümmern mich vorgefasste Meinungen über Regionen oder Rebsorten wenig – sonst würden wir heute nicht über Garganega oder Durella reden oder ich einen Soave ins Angebot nehmen. Ich denke, mit der nötigen Neugier und Aufmerksamkeit findet man Schönheit auch an unerwarteten Orten. Man muss nur richtig hinschmecken. Thats how the light gets in...

 

In diesem Sinne nehme ich aus der Region gleich vier neue Weinbauern in mein Sortiment auf. Angiolino Maule ist der Pate der Naturweinszene in Italien, nicht unumstritten, aber letztendlich seinem eigenen Weg folgend keltert er extrem ehrliche,authentische Weine aus der Rebsorte Garganega von den vulkanischen Böden um Gambellara. Daniele Piccinin, der sich wie kein Zweiter um die authochtone Rebsorte Durella kümmert und zeigt das man mit der nötigen Disziplin auch der unbändigsten Rebsorte gehörige Eleganz beibringen kann. Sauro Maule, der mit jugendlichem Elan und Feingefühl herausragende Weine keltert, die dem berühmten Namensvetter in nichts nach stehen. Im Gegenteil! Und schließlich Filippo Filippi, der aus den höchsten Weingärten des Soave feinziselierte und elegante Tropfen von seinen 3 Cru Lagen keltert. Vier Charakterwinzer und ihre ursprünglich, authentischen und ausdruckstarken Weine.

 

Ich habe wieder zwei Verkostungspakete geschnürt... kommt mit auf die Reise!

 

Genußvolle Grüße

 

Alexander Zülch

03/08/2017

#86 - Kings beneath the mountains

So gebirgig wie sich viele Leute das Jura vorstellen, ist eigentlich eine ganz anderen Weinbauregion - nämlich das SAVOYEN! Die Weinberge des Savoyen gehören sicherlich zu den schönsten und eindrucksvollsten in ganz Frankreich. Es ist eine extrem eigenständige Region, mit eigenen Rebsorten wie Jacquere, Altesse, Mondeuse oder gar der raren Gringet. Zusätzlich verteilen sich etwa 22 Crus und 3 AOCs auf das 2200ha kleine Gebiet - man kann also noch in Subregionen (Ayse; Apremont, Chignin etc.) unterscheiden die völlig unterschiedliche klimatische Gegebenheiten aufweisen. In Ayse ist es beispielsweise relativ kühl und regenreich, während man am Lac de Bourget die Grillen zirpen hört. Auch bei den Böden finden wir diese Vielfalt wieder. Sie setzten sich zum großen Teil aus tonhaltigen Molassen, kalkhaltigem Moränenschutt, kiesigen Sanden und unterschiedlichen Schiefern zusammen. Das Savoyen ist eine wenig bekannte, aber hochspannende Region!

Domaine Jean Yves Peron

Die Weinberge von Jean Yves Peron liegen alle im Süden der Region in der Nähe von Albertville. Sie schmiegen sich wie kleine Gärten an die steilen Hänge und sind teilweise steinalt (120+ Jahre). Man hat den Eindruck die Reben wurzeln direkt im Fels! Jean Yves ist ausgebildeter Oenologe, ein positiv verrückter ausgebildeter Oenologe muss man dazu sagen. Alle seine Weine werden für mehr oder weniger lange Zeit auf der Maische vergoren. Durch die Mikroeträge erhält er bei sehr moderaten Alkoholgradationen daraus Weine, mit enormer mineralischer Dichte. Durch den Verzicht auf jegliche önologische Hilfsmittel, auf Schwefelung und Filtration erhalten wir einen äußerst lebendigen, energiegeladenen Stoff . Das sind keine Weine die man mal ebenso nebenher trinkt oder unbedarft seinen Gästen anbietet. Sie verlangen nach Offenheit, Neugier und Abenteuerlust - zum ausloten der Extreme, by fair means!

Domaine Belluard

Im Norden der Region, in der berühmten Gemeinde Ayse keltert Dominique Belluard von seinen biodynamisch bewirtschafteten Weingärten glazial-pure Weine aus der autochtonen Rebsorte Gringet! Für viele ist "Bellu"  ja schon lange kein Unbekannter mehr. Wir haben das Glück nochmal eine ordentliche Allokation seiner Weine bekommen zu haben. Die letzten Flaschen von unserem Lieblingsschaumwein Les Perles du Mont Blanc aus dem Jahrgang 2013, sowie einige wenige Flaschen des großen Bruders Mont Blanc. Der Mont Blanc ist Dominque Belluards Spitzenschaumwein; er wird 3 Jahre auf der Hefe sur latte gelagert und immer Brut Zero gefüllt. Daneben haben wir ebenfalls die beiden Stillweine "Les Alpes" und den "Le Feu" aus der gleichnamigen Steillage. Hohe Finesse, seidig-noble Textur und ruhig dahingleitender Purismus - auch der nicht einfache Jahrgang 2015 ist Dominque Belluard wieder hervorragend gelungen.

Ich habe zwei Pakete geschnürt! Die Weine können aber auch einzeln über die LINKS zu den Domainen (oder klicken auf die Bilder) erstanden werden.

 

Genußvolle Grüße

 

Alexander Zülch

31/07/2017

#85 - Jura in da house!

Diesen Newsletter habe ich lange ersehnt! Wein aus dem Jura zu bekommen grenzt mittlerweile an ein Wunder.  Die Mengen durch Frost und Hagel dezimiert (es wird auch in Zukunft nicht besser) und der Rest in Paris, Tokio und New York verteilt. Ich freue mich daher besonders euch Weine von zwei herausragenden Domainen anbieten zu können.

In Pupillin keltern Adeline Houillon & Renaud Bruyere herausragende Qualitäten. Adeline ist die Schwester von Emmanuel Houillon der gemeinsam mit Pierre Overnoy die gleichnamige Maison führt. Es liegt nahe die beiden Domainen zu vergleichen; ich halte es dennoch für einen Fehler. Man sollte sich ganz unbefangen auf die wirklich großartigen Qualitäten der Weine von Adeline & Renaud einlassen. Besonders die Weißweine strahlen hier mit messerscharfer mineralischer Tiefe; der Rote "Ploussard" wird meist zu früh getrunken. Man geht an der Finesse und der Transparenz vorbei, die sich erst mit einigen Jahren Flaschenreife wie Patina zu den Aromen gesellt.

Weiter im Norden, in den letzten Winkeln der Appelation Arbois keltert Raphael Monnier seine Weine im Nebenerwerb in der eigenen Garage. Gerne hätte ich zu meiner Schulzeit einen solchen Lehrer gehabt ;-) Seine Arbeit gewinnt mit dem 2015er Jahrgang (nicht leicht da eher mächtig) enorm an Stabilität, die Weine ordentlich an Spannung. Er schreibt es dem besseren Treffen des genauen Erntezeitpunktes zu und das er mittlerweile ja schon seinen zehnten Jahrgang keltert. Die Weine sind in diesem jungen Alter bereits gut zugänglich. Wir haben den Chardonnay Vadonc und den Savagnin Agape auf Lager bekommen. Die Roten kommen im Herbst...

Hier und heute also diese zwei Genießerpakete in zugegeben limitierter Menge...

 

Alexander Zülch

20/07/2017

#84 - Sommerwein Galore

Heute möchte ich euch meine Sommerweine vorstellen - leicht zu trinken, aber trotzdem mit Anspruch! Für die Weißweine der Grüne Veltliner handcrafted von den Arndorfers, back to nature mit dem Nature von Patrick Meyer oder einfach nur himmlisch der Juste Ciel von Philippe Wies. Bei den Roten liegt der Fokus auf low alcohol, high impact - also wenig Alkohol, voller Trinkspaß. Sei es der Vin de Jardin - der Gartenwein - von La Grange aux belles zum Apero, der L'echappee belle von Edouard Laffitte vorm Grill oder, passend zum Wetter der Heiter bis Wolkig vom deutschen Naturweintalent Marc Weinreich (mehr Weine von Marc findet ihr HIER).

 

On a serious note! Die Weine von Noella Morantin sind wieder auf Lager. Diese lassen sich immer etwas Zeit mit der Gärung und wir gönnen ihnen das. Die Ergebnisse werden von Jahr zu Jahr spannender und präziser; trotz der Wiedrigkeiten der Jahrgänge und der enormen Ernteausfälle (Frost/Hagel) die unsere Lieblingswinzerin gebeutelt haben. "Lady Sauvignon" Noella Morantin keltert nicht nur den fruchtig-ursprünglichen Les Pichaux oder den steinig-ausdruckstarken Chez Charles - sie keltert auch einen herausragenden Malbec. Gemeinsam mit ihr haben wir von diesen Fässern eine kleine Vins Vivants - Selektion auf die Flasche gebracht, die mich ziemlich begeistert. (limitiert auf 120 Fl.)

 

Wenn es kein Wein sein soll! Seit kurzem vertreiben wir exklusiv in Deutschland den ersten Craft-Cidre aus Österreich. Die Jungs von Blakstoc, was soviel wie "alter Baum" bedeutet, ernten Äpfel von den Streuobstwiesen der Steiermark, vergären diese mit einer englischen Ale Hefe und hopfen das ganze mit Aromahopfen. Der Wild Tree Hoppy Cidre ist ein seriös-entspannter Sommer Zischer den ihr lieben werdet!

13.07.2017

#83 - Tenuta Croci & La nouvelle don(n)e

Heute möchte ich euch zwei neue Weingüter in der Vins Vivants Familie vorstellen. Die Tenuta Croci bereichert als zweites Weingut das sich langsam aufbauende Italiensortiment. Massimilliano Croci keltert in der Emilia Romagna vor allem fantastische Frizzantes, die sehr authentisch und originär daherkommen. Für mich der Geschmack des echten Italiens - auf dem Apeninnengrat zwischen Rustikalität und Finesse sozusagen. Können die Deutschen, denen man Lambruscoaversion nachsagt, auf einen perlenden Rotwein klar kommen? Wenn es jemand kann, dann die Vins Vivants Kunden!

 

Vom Roussillon komme ich auch nicht los, ich hänge halt gerne da ab! Und wenn man denkt man kennt schon alles, probiert man im ehemaligen Keller von Phillipp Wies die bewußtseinserweiternden Weine der Domaine La nouvelle don(n)e. Wilfried Valat ist schon seit über 10 Jahren in der Region und bewirtschaftet eine Hand voll wunderbar ausgewählter Weingärten am Col de la Donne zwischen Estagel und Calce. Seit 2014 ist die Gesamtheit der Domaine biologisch zertifiziert und Wilfried hat auch immer mehr Geschmack am "vin nature" gefunden. Für Ihn steht Präzision im Vordergrund, was mir sehr symphatisch ist. Klare, pure und feinziselierte Weine. Sein 2015er Mustango gehört für mich in diesem Jahr zum besten was ich aus dem Süden verkosten durfte!

 

Zwei Pakete sind geschnürt! Auf gehts...

 

Alex

06.07.2017

#82 - Wein von Sizilien, Cidre aus der Schweiz, Essig aus Frankreich ;-)

Alles neu macht der... moment mal, es ist ja bereits Juli! Gerade zieht das erste heftige Sommergewitter an meinem Fenster vorbei. Das Jahr war bisher hektisch, anstrengend und schön. Als vinophile one-man-Band muss ich lernen, dass ich nicht alles, was auf meiner Agenda steht zeitlich immer umgesetzt bekomme. Vins Vivants ist eben ein kleines, passioniertes Unternehmen das euch außergewöhnliche Produkte zugänglich machen möchte, die ansonsten nicht so einfach zu bekommen wären.

 

Ich reise zu den Produzenten, tauche ein in ihre Regionen, erschmecke ihre Produkte, erlebe ihre Kultur und tausche mich mit den Menschen vor Ort aus. Nur wenige Produkte nehmen einen so mit auf die Reise wie der Wein! Besonders bei hochwertig-handwerklichen Produkten transportiert sich dieses ursprüngliche Terroir, welches kein industrielles Produkt jemals zu kopieren vermag.

 

Ich danke euch und hoffe auch weiterhin auf euer Vertrauen und eure Freude, diese Früchte meiner Reisen und Entdeckungen erleben und genießen zu können...

 

Genußvolle Grüße

 

Alexander Zülch