Di

06

Dez

2011

Vin Naturel zu Saint Nicolas

Cab.franc&Saucisson au Taureau
Cab.franc&Saucisson au Taureau

Heute zur Feier des Tages mal einen Saint - Nicolas - de - Bourgueil im Glas! Diese Appelation liegt am rechten Ufer der Loire und umfasst grob geschätzt 1000ha. Es herrschen sandig-kiesige Lehmböden vor und an den Hängen findet man vereinzelt auch Kalkablagerungen. Die Temperatur ist gemäßigt und zum Teil vom Atlantik beeinflußt.

 

Was man noch wissen sollte, ist das hier eigentlich nur Rotwein herkommt. Dieser Wein besteht dann zum größten Teil aus Cabernet franc, auch wenn man vereinzelt Cabernet Sauvignon angepflanzt hat! Diese Rebsorte altert erstaunlich gut und hat eine interessante aromatische Bandbreite von Pfeffer, Paprika, animalischen Noten bis hin zu Veilchen und Himbeeren. Die Tannine sind gerade bei unreifem Lesegut oder zu harscher Traubenverarbeitung oft unangenehm präsent. Reifes Lesegut und schonende Traubenverarbeitung bringen aber vollmundige, wohlschmeckende Rotweine, die sich vom Kalbfleisch über Wild oder auch Stiersalamie mit vielen kräftigen Speisen verbinden lassen.

Frontetikett
Frontetikett

Auf der Domaine du Mortier kultivieren Cyril und Fabien Boisard ihre 9ha Reben zertifiziert organisch. Der Weinhändler von dem ich die Flasche gekauft habe berichtet mir, das auch einige biodynamische Arbeiten hier mehr und mehr Anwendung finden.

 

Die Reben für den 2009er Dionysos sind im Schnitt 55 Jahre alt und wachsen auf Lehm-Kalkböden. Die Erträge sind relativ gering und die Lese wird manuell durchgeführt.

Rückenetikett
Rückenetikett

Sodann darf die Maischegärung spontan einsetzten und wird nur den natürlich in der Traube vorhandenen Zucker vergären. Auf die Zugabe von Zucker aus dem Säckel (Chaptalisierung) wird systematisch verzichtet. Der Wein wird nicht explizit als vin naturel vermarktet, dennoch sind die Schwefelgehalte sehr gering. Erfreulich, dass die Analyse auf dem Rückenetikett nachzulesen ist. Ein Vorbild nicht nur für die anderen vin naturel Winzer!

 

Zu Beginn habe ich erstmal die Kohlensäure dezent entfernt! Der Wein zeigte animalische Noten, die nun völlig integriert sind! Das ist kein Brett, sondern vielmehr eine leicht reduktive Expression des Cabernet franc wie mir scheint. Nun gesellen sich dazu feinwürzige und rotfruchtige Noten. Der Gaumen ist sehr geschmeidig mit einer gut gepufferten Säure. Das macht den Wein zugleich voll, aber nicht schwer. Er zeigt eine schöne Balance und für etwa 12€ viel Charakter und Authentizität. Sowohl für die Rebsorte, als auch für die Region. Etwas, was dem vin naturel ja manchmal (nicht zu unrecht) abgesprochen wird. Hier hat mans pur und echt!

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